Susanne und Maik

Eine Geschichte

Dies ist die Geschichte von Susanne und Maik. Nach außen mag das vielleicht stimmen. Die Nachbarn sehen es schließlich auch so. Susanne ist die perfekte Hausfrau, nett, hilfsbereit- übt zweimal in der Woche einen Minijob aus, der sich mit Kindern und Familie vereinbaren lässt, und Maik geht fleißig seinem Job als Sraßenbauer nach. Lange Jahre sind sie zusammen und haben viel gemeistert.

Susanne weiß, dass sie der tragene Pfeiler der Familie ist. Ob es sich um die Kinder, den Haushalt oder das Managen zwischen Arbeit und Familie handelt, vieles bleibt an ihr hängen. Maik geht in seiner Arbeit auf, fühlt sich unersetzlich und sagt bei allen Anfragen seines Chefs „Ja und Amen“. Geldlich sieht es eigentlich immer schon mehr schlecht als recht aus. Maik kann nicht mit Geld umgehen, gibt stets Anderen die Schuld für sein finanzielles Versagen und lässt Susanne oft im Unwissen, versteckt Post und Geld, will seine Abrechnungen nicht zeigen und hat plötzlich ein eigenes Konto eröffnet, auf das Susanne keinen Zugriff mehr hat. IHR finanzieller Einsatz in der Beziehung geht in die Tausende.

Susanne merkt die Geheimnistuerei und hält das kleine bißchen Geld, was monatlich übrig bleibt, nachdem die Abbuchungen von ihrem Konto gelaufen sind, für „Alle Fälle“ auf ihrem Konto fest . So oft schon hat sie da gestanden und wußte nicht, wie sie am nächtsten Tag für alle Essen machen sollte. Sie DENKT nicht einmal daran, dass Maik jedoch Zugriff auf IHR Konto hat, kontrolliert und zwischenzeitlich kleinere Geldbeträge abholt. Anfangs schiebt sie es noch ihrer eigenen „Dusseligkeit“ zu- hat man ihr doch immer schon gesagt, sie sei so zerstreut und vergesslich….. Der Schreck sitzt tief in der Magengegend, als sie eines Tages feststellt, dass die Sparbücher der Kinder geplündert sind, die SIE angelegt hatte- ebenso wieder einmal kleine Geldbeträge von ihrem Konto. Dieses Mal geht sie der Sache auf den Grund und kann anhand der Uhrzeit festlegen, dass SIE es NICHT war, die Geld geholt hat…. 

Es kommt zum Streit zwischen Susanne und Maik. Susanne platzt der Kragen, da sie seit Jahren schon vergeblich versucht, die finanzielle Situation zu verbessern, hat an allen Ecken und Enden gespart, gönnte sich kaum etwas und hatte dabei noch ihren Stolz entdeckt, aus wenig viel machen zu können. Nun das! Maik ist verhalten, sieht ertappt aus, streitet jedoch vehement alles ab, schiebt zuerst die Schuld für die geplünderten Sparbücher in Richtung Kinder. Susanne bleibt aber hartnäckig, sie spürt die Wahrheit- und plötzlich bricht Maik sein Schweigen: „Was denkst du eigentlich, wie ich das alles bezahlen soll?“  Er sieht nicht verzweifelt aus, sondern wütend, macht Susanne Schuldgefühle. Schließlich geht er den ganzen Tag von morgens bis abends hart arbeiten! Ihren eigenen Anteil an dem Gelingen eines Familienlebens sieht sie nicht. Sie macht sich jede eigene Arbeit klein, fühlt sich unterlegen und als minderleistend- ist sie doch NUR Hausfrau und Minijobberin…… Ihr eigener Tag beginnt um halb sechs und endet oft erst um 22 Uhr.  Sie kocht, backt, putzt, räumt auf, geht mit dem Hund auch SEINE Runden, plant die Angelegenheiten der Kinder, rechnet auf den Cent genau eine komplette Woche Essen aus, um nicht zu teuer zu sein, ist Ansprechpartner für jeden und steckt in ALLEM zurück, um es der Familie Recht zu machen. Sie ist der emotionale Part- Maik zieht sich bei Problemen zurück. Kurzum- sie hat SICH SELBST aufgegeben, schleichend, täglich. 
Maik hingegen ist zufrieden mit sich, raunzt herum, wenn Susanne von ihren Wünschen erzählt, empfiehlt ihr einen Gang zum Arzt, wenn Sie sich über die täglich schweren Umstände beschwert… Das Sofa hat bei ihm in all den Jahren mehr Stellenwert bekommen als sie, und sie weiß es, flüchtet in ihre eigene gedankliche kleine Welt . Liebe hat sie sich anders vorgestellt. Doch die größten Lücken füllen die Kinder. Die kleinen Lücken blendet sie aus. Die Intimitäten zwischen Susanne und Maik sind auf ein Minimum gesunken. Sie hat das Interesse an „lieblos“ verloren, spielt manche Spielchen ab und an mit, um für bessere Laune bei Maik zu sorgen. Sie hat aufgegeben, darauf zu hoffen, dass es schöner wird. So ist er wenigstens lieber zu den Kindern- nein- er ist nicht böse zu ihnen, doch seine Art wirkt oft launisch, seine Stimme scheint nur aus einer Tonlage zu bestehen, und echtes Interesse an Erzählungen der Kinder sind ihm nicht so wichtig. SEINE sind wichtiger….. Susanne spürt ab und an, dass mehr in ihr steckt- wüsste sie doch nur WAS…??? Den Mut, etwas neues zu versuchen, hat sie längst verloren und Maik macht jeden neuen gesagten Gedanken zunichte. „ Wie stellst du dir das denn vor? Wie willst du das denn bezahlen? Und die Kinder ? Wer passt auf die Kinder auf ?“ Manchmal enden solche Gespräche im Streit, doch gegen die Ignoranz von Maik kommt sie nicht an. Sie beginnt ihn im Kopf abzuwerten, sucht für sich kleine Lücken im Alltag, um durchzuatmen. Doch sie gönnt sich wirklich nur kleine Lücken, die Großen scheinen ihr untersagt zu sein- so fühlt es sich wenigstens an. Sie will immer ihr Bestes geben und merkt dabei gar nicht, wie anstrengend alles ist, würde es auch nicht zugeben- schließlich ist sie NUR Hausfrau……  Freitags legt sie sich nach dem Mittagessen aufs Sofa. 20 Minuten , ein Nickerchen- um aufzutanken. Als Maik sie dabei „erwischt“, als er eher von der Arbeit kam, fühlt sie sich schuldig…. Dabei hat Maik doch immer gesagt, dass er nichts von ihr „verlange“- oder nicht ?

Susanne und Maik

Neuerdings fühlt sie sich nur noch schuldig…. …schuldig, weil das Geld nicht reicht und sie denkt, dass sie zu teuer ist- …schuldig, weil sie zu wenig tut…

…schuldig, wenn die Nachbarn sehen, dass sie auf dem Balkon eine Pause macht…

…schuldig, wenn bei den Kindern die Schule nicht klappt…

…schuldig, wenn ein Elektroteil kaputt geht und ein neues ansteht, aus Ebay Kleinanzeigen…

…schuldig, wenn sie sich ein Buch kauft, an den Frisör denkt, an Spritkosten beim Autofahren….

…SCHULDIG !!!!!!!

Das „KLEIN SEIN“ hat sein Ziel erreicht. Maik interessiert es nicht. Er freut sich, dass er so eine tolle Frau hat, die IHM das Leben erleichtert, die er manipulieren kontrollieren und bestimmen kann. Eine Frau, dessen Leib und Leben er sich einverleibt . Das Schönste daran ist, dass sie es nicht merkt. Er braucht nur ihren „Schuldknopf“ zu drücken, und schon läuft es.  Susanne ist jedoch nicht mehr Susanne. Ihre kompletten Wahrnehmungen sind verschoben und ihr eigenes Selbst ist zunichte gemacht.

Sie wird krank……………. DAS IST NARZISSMUS!!!

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